einst und jetzt von: Garbe, E.; Hennig, P. Gebunden 136 S. zahlreiche Farbfotos, 283 * 245 mm (H*B) 2008 Oberlausitzer Verlag ISBN:9783933827852
Detailinformationen:
Mit dem vorliegenden Werk wollen die Autoren auf ein bedeutsames Stück Oberlausitzer Gesellschafts- und Kulturgeschichte aufmerksam machen. Die einst als Adelssitze dienenden Herrenhäuser und Schlösser sind Repräsentativbauten, die aufgrund ihres Ursprungs oftmals mehrere Kunst- und Stilepochen in sich vereinen, so dass hier die europäische Entwicklung der einzelnen Perioden nachvollzogen werden kann. Größe und Ausstattung der Herrensitze lassen Rückschlüsse auf die allgemeine wirtschaftliche Situation des örtlichen Adels zu. Nicht nur die Architektur vieler Gebäude, sondern auch die dekorative Innenausstattung zeugen von den hohen Fertigkeiten des einheimischen Handwerks. Was aus diesem Teil Oberlausitzer Kultur hervorgegangen ist, soll an 139 ausgewählten Beispielen in diesem Buch dokumentiert werden. Bei der Auswahl der Objekte wurden alle Landschaften der Region und auch jene Bauwerke berücksichtigt, die heute in Polen liegen. Die Palette reicht von konstruktiv einfachen Wohnhäusern bis hin zu prunkvollen Schlössern. Ein wichtiges Anliegen des Werkes ist es vor allem auch, auf gefährdetes Kulturgut hinzuweisen, ebenso wie auf vorbildlich saniertes sowie auf bereits vernichtetes. Den textlichen Kurzfassungen zu den ausgewählten Objekten werden zahlreiche Fotos beigestellt. In den meisten Fällen war eine Gegenüberstellung von älteren Darstellungen und dem Jetztzustand möglich. Die Sachinformationen stammen sowohl von Nestoren der Adels- und Schlossgeschichte wie Hermann Knothe, Walter v. Boetticher und Gustav Poenicke, als auch von zahlreichen Ortschronisten der Schlossstandorte und aus vielen anderen Quellen. Adelssitze waren nicht nur schlechthin Zentren der Macht und der Ausbeutung, sondern auch notwendiger Mittelpunkte der Lebens- und Wirtschaftsorganisation einer Region. Nach 1945 waren sie fast immer die erste Bleibe der verzweifelten Vertriebenen aus den ehemals deutschen Ostgebieten oder den Sudeten. Auch später erfüllten sie zentrale Funktionen als Klubhaus, Vereinshaus, Gemeindeverwaltung, Schule, Kindergarten, Kinderheim, Klinik, Seniorenheim u.a.m. Leider wurde lange Zeit wenig für eine sachgemäße Erhaltung dieses Kulturerbes getan, so dass sich der überwiegende Teil im Jahre 1990 in einem stark renovierungsbedürftigen Zustand befand. Dieser Situation wurde vielerorts durch vorbildliche Rekonstruktionen Einhalt geboten. Es gibt aber auch nicht wenige Besitzer, die es beim Kauf des Herrensitzes seit über 15 Jahren bewenden ließen. Auch solche Objekte sind im Buch enthalten. Besonders den verantwortungsbewussten neuen Besitzern, die weder Mühe noch den Einsatz ihrer Finanzen scheuten, um die erworbenen Herrenhäuser in einen würdigen Zustand zu versetzen, sei dieses Buch ein kleines Dankeschön.
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